Entweder – Oder

Gestern Abend las ich einen Text über den dänischen Philosophen Kierkegaard. Der schaffte den Durchbruch mit seinem Werk Entweder – Oder. Darin geht es, stark verkürzt dargestellt, um die Frage nach der „richtigen“ Art zu leben. Da ringen die ästhetische, lustbetonte, und die ethische, moralisch gefestigte und in der bürgerlichen Ehe gekrönte Lebensweise miteinander. Kierkegaard schreibt seinen Werk unter einem Pseudonym Victor Eremita auch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass er sich in weiten Teilen der Texte selbst beschreibt. „Dass kein Verfasser da ist, ist ein Mittel zum Fernhalten“ ist seine Begründung. Schon die wenigen mir bisher bekannten Zeilen seines Werkes haben mich inspiriert. Ich finde mich und meine für Twitter geborene Kunstfigur des Herrn Overstreet in fast schon dramatischer Weise wieder. Denn letztlich ist diese Kunstfigur über weite Strecken nichts anderes als der ästhetische Teil meines Wesens, der unter den Zwängen des teils selbst gewählten, teils von Außen auferlegten Lebensweges manchmal zu ersticken droht, weil die Ethik über allem steht. Doch ist diese Kunstfigur nicht nur ein Ventil und ein Rückzugsraum für Träume. Sie ist auch die Möglichkeit, sich offen zu Themen zu äußern, die einem am Herzen liegen, über die man aus den unterschiedlichsten Gründen „aber nicht spricht“. Häufig geht es dabei um die Angst, Schwäche zu zeigen in einer Welt, die dominiert wird von den glatten, perfekten und scheinbar sorgenfreien Zeitgenossen, die einen mit ihrer Oberflächlichkeit erdrücken. So wie diese Twitter-Begegnung mit der gerne totgeschwiegenen Geißel der Depression, die auch mein Leben eine ganz Weile dominierte. Ich bin sie losgeworden. Oder sagen wir besser: Ich habe sie unter Kontrolle. Herrn Overstreet wird es sicher noch eine ganze Weile geben. Irgendwann wird diese Maske aber fallen. In dem Moment, wenn sie nicht mehr benötigt wird. Vielleicht wird mich der ein oder andere auf diesem Weg begleiten? Keine Sorge: So leicht düster wird es hier nur selten zugehen. Schließlich schreibt hier der asthetische Teil meines Ichs… 😉

„Ich habe mich auf den Schreibtisch gestellt um mir klarzumachen,dass

wir alles auch aus anderer Perspektive sehen müssen. Von hier oben sieht die Welt wirklich anders aus.“

(Dead Poets Society)

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