Twitter-Frauen mit Beigeschmack

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Tach auch! Wenn ich an schönen Tagen in der Mittagspause draußen auf meiner Stammbank sitze, kann ich sie sehen. Dann flaniert er an mir vorbei, manchmal noch etwas ungelenk, doch umso selbstbewusster und meist schon etwas provokant: Unser wunderbar hübsch anzuschauender weiblicher Mediennachwuchs. Groß gewachsen, lange Haare, perfekt gestylt, die hübsche Nase fast schon zu hoch in den Himmel gereckt. Dieser Typ junger Frauen, meist nicht nur attraktiv, sondern auch noch mit guten Abschlüssen in der Tasche, die Männer wie mich gleich doppelt schwach werden lassen. Einmal aus sofort nachvollziehbaren, eher hormonell bedingten Gründen. Und einmal aus dem latenten unguten Gefühl heraus, dass eine von diesen Frauen – unsere Heidi der Nation würde zu den meisten noch „Mädchen“ sagen – bei nächster Gelegenheit kalt lächelnd an dir vorbeizieht. Sei es bei der irgendwann vielleicht doch wieder mal frei werdenden interessanten Stelle, sei es als neue Kollegin, vom Stock drüber, die vielleicht dann deine Aufträge bearbeitet. Nicht dass ihr das falsch versteht: Ich freue mich sehr, dass es diese jungen Menschen hier im Haus gibt und das nicht aus den eingangs genannten Beweggründen. Und ich sehe es auch als gerechte Strafe, wenn zumindest in einigen Bereichen der Arbeitswelt dieser Typ Karrierefrau immer öfter den männlichen Mitbewerbern die hohen Hacken zeigt, selbst wenn die besser qualifiziert sind. War ja schließlich lange genug genau anders herum und ist sicher heute auch manchmal noch so, oder?  Doch wenn es einen dann selbst bei der beruflichen Fortentwicklung trifft oder man ab und an diesen Damen dann auch noch „zuarbeiten“ darf, ohne dass deine Leistung dann anschließend in irgendeiner Form noch erkennbar ist, freut man sich weniger. Auch verständlich, oder?

Doch Schwamm drüber, es ist so wie es ist, und warum sollten Frauen sich zu Karriere-Zwecken nicht so aufstellen, wenn sie damit am gerne zitierten Ende des Tages weiterkommen? Grenzwertig finde ich es persönlich nur, wenn diese ingesamt zumindest gefühlt doch stetig größer werdende Dominanz der äußeren Reize gegenüber den inneren Werten nach und nach in jede Ecke des Lebens kriecht. Gerade in der Pöbel-Arena Twitter springen sie dir bei jeder Gelegenheit ins Auge. Also nicht die niedlichen Duckface-Mädels, die einfach nur das tun, was sie immer tun. Nein, ich meine eher den – ich zitiere – „entweder gute Tweets oder blank ziehen“-Typ, der dann in der Regel eben allein durch die zweite Option besticht und ansonsten eher durchschnittliches bis hin zum Dünnpfiff von sich gibt. Doch – ehe jetzt die Empörung losbricht – auch das lässt mich noch vollkommen kalt, denn „jeder Jeck ist halt anders“ und wir sind ja ein freies Land und so. Was dann aber meinen ohnehin schon leicht vorgeschädigten Kopf regelmäßig auf die Tischplatte knallen lässt, sind die (nicht nur männlichen) Zeitgenossen, die diesen Unfug 2.0 dann auch noch manchnmal fast unterwürfig besternen, retweeten und mit seltsamen Pokalen bewerfen.

Beispiele (natürlich frei erfunden) gefällig? Gerne: „War einkaufen, Nutella und ein Kilo Mett“ – Bäm, 10 Sterne, 5 Retweets innerhalb von 2 Minuten. „Rühre gerade eine Fertigsuppe an, Schatzi kommt gleich, #Hach“ – Bäm, 20 Sterne, 12 Retweets und irgendein Pokal. „Mich juckt es gerade, ihr wisst schon wo…“ – Bäm, 30 Sterne, 15 Retweets und mindestens 15 sabbernde Herren, die handgreiflich werden wollen. „Färbe jetzt mein Haar dunhelblond, hellblond ist nicht mehr meins“…. Die Reihe ließe sich fortsetzen. Leute, das ist vielleicht manchmal ganz lustig aber am Ende doch: Kackscheiße! Und – es folgt die letzte Antwort auf ein mögliches „ja, aber“ von eurer Seite – auch das ist, ich zitiere erneut, wohl tatsächlich „normal, weil es alle machen“. Aber bitte tut mir einen Gefallen: Dann lest und besternt parallel auch die Tweets, über die ernstzunehmende Menschen möglicherweise länger als 10 Sekunden gebrütet haben und stellt unter Beweis, dass ihr mehr seid als die Generation Selfie, die ihr soziales Gewissen mit einem „Gefällt mir“ unter irgendeine gut klingende Online-Petition beruhigt und sich ansonsten die Haare macht und dann „feieren“ oder „shoppen“ geht. Denn eine Plattform wie Twitter ist eigentlich eine große Chance für jeden, der sich darauf bewegt. Deshalb habt Spaß, aber fördert doch nicht jeden Unfug, sonst flüchten diejenigen, die vielleicht einmal mehr um die Ecke denken, nämlich endgültig aus dieser Welt heraus und dann bleibt neben vielen schönen Bildern nämlich nur die Kackscheiße übrig. Und das wollt ihr doch auch nicht, oder? Wenn wir uns darauf einigen, kann ich mit euch leben. Und das nicht nur, weil ich gerne auf der Parkbank sitze und euch beim flanieren zuschaue… 😉 Bis die Tage!

P.S.: Solltet ihr den Text total daneben und aus der Luft gegriffen finden, stellt euch einfach vor, ich hätte lange Haare und stünde auf der Liste für den nächsten Bachelor, oder wie auch immer dieser Puff im Fernsehen sich nennt… 😉

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