Monat: Juni 2014

Sorry, so läuft es nicht!

Bild

Nach der zweiten Brücke noch direkt vor Sabine Schmitt (Quelle: http://pheidippides-marathon.blogspot.de/)

Es sind ein paar Tage ins Land gegangen seit dem letzten Eintrag. Irgendwie folgte das Auf und Ab der körperlichen Verfassung immer so rasch aufeinander, dass ich keinen mehr oder weniger aussagekräftigen Stand der Dinge hätte abgeben können. Es läuft nicht. Die zum Teil tollen Trainingsresultate bei den kurzen schnellen Läufen lassen sich einfach nicht im Wettkampf auf die Tartanbahn bringen. Dem schwachen Debüt über 800m am ersten Sommertag des Jahres mit der 2:20er-Zeit folgte eine Erkältung, die mir die ersten 1500m des Jahres verhagelte. Platt und müde schleppte ich mich mit fast 100 Metern Rückstand (!) als Letzter meines Laufs in 5:02 über die Ziellinie. Da war ich sogar vor 2 Jahren aus dem Marathontraining heraus schneller, angestrebt hatte ich eine Zeit unter 4:45min. Um das alles perfekt zu machen, musste ich mir 2 Tage vor dem zweiten 800er einen entzündeten Zahnnerv ziehen lassen – sehr wahrscheinlich eine Spätfolge der Erkältung. Über die 2:21min konnte ich mich dann schon gar nicht mehr ärgern. Um den Kopf frei zu bekommen, lief ich 3 Tage später beim traditionellen Mainzer 3 Brücken-Lauf über 7,8 km mit.

Das Rennen war dann der letzte Beweis, dass momentan etwas nicht stimmt in meinem Training. Offenbar hat das Fehlen längerer Intervalle oder Wiederholungsläufe im Training in den letzten Wochen die ohnehin zuletzt nicht mehr stabile Tempohärte komplett beseitigt. Selbst das moderate Anfangstempo von 3:45/km (!) ließ sich nach 3km nicht mehr halten. Nach etwas mehr als 5km musste ich sogar die spätere Frauen-Siegerin, die ein sehr gutes Rennen lief, ohne Gegenwehr passieren lassen, blieb aber wenigstens dran und eroberte mir den Platz mit einem langgezogenen Zielsprint zurück. Der erlaufene Schnitt von 3:50/km (also langsamer als 2:40-Marathontempo) spricht Bände. Selbstverständlich muss man im Rahmen eines Mittelstreckentrainings Abstriche bei den längeren Strecken machen. Aber dies ist doch deutlich mehr als ein kleiner Abstrich. Die 50 Sekunden, die auf die schon durchwachsene Zeit des Vorjahres noch hinzukamen, sind eine Hausnummer. Da muss auch mit nur 50-60km Wochenumfang mehr kommen, wenn man dreimal die Woche Qualität trainiert. Jetzt gilt es also nochmals die Stellschrauben neu zu justieren. Leider gibt es für die Umschulung eines langjährigen Marathonläufers auf die Mittelstrecke keinen Leitfaden….