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Herr Overstreet rennt

Helga Fischer

Jetzt auch noch eine Seite übers Laufen? Muss das sein? Nein, muss nicht sein, aber ich möchte es so. Denn einerseits schwirrt da ohnehin irgendwo im Netz eine Seite von mir über meinen Sport ungelesen herum. Dann kann ich das auch gleich hier erledigen, denn schließlich wird der Herr Overstreet ja auch nur von einigen wenigen ausgewählten Menschen gelesen. Und andererseits ist der Sport nun schon sehr lange mein täglicher Begleiter. Selbst an den wenigen Tagen, wenn ich mal keinen Sport mache, denn dann denke ich sehnsüchtig dran.

Für Neueinsteiger die kurze Zusammenfassung, also das berühmte: „Was bisher geschah..“. Ganz einfach: Es war einmal ein auf der lokalen bis regionalen Ebene ganz passabler Marathonläufer (PB 2:36:23h), der aufgrund eines dummen kleinen Unfalls zunächst eine langwierige Knieverletzung erlitt, aus der sich dann eine Arthrose entwickelte. Ein ihm nicht gerade wohl gesonnener Mediziner wollte ihm daraufhin den Sport komplett verbinden, obwohl er ihn zu diesem Zeitpunkt noch fast schmerzfrei ausüben konnte. Daraufhin entsagte der Läufer nicht nur dem bösen Medizinmann, der ihm auch sonst nicht helfen, sondern allenfalls operieren wollte, sondern auch fürs erste dem Langstreckenlauf. Er suchte sich Rat bei einem landesweit unter einem Markennamen für Sporternährung recht bekannten Sportwissenschaftler und Nährstoffberater, der ihm eine einjährige Atempause mit gezielter Ernährung und angepasster sportlicher Tätigkeit empfahl. Damit konnte der Läufer leben und schult aus diesen Gründen seit einem guten halben Jahr zum Mittelstreckenläufer um, was recht ungewöhnlich ist in seinem hohen Trainingsalter. Doch es macht ihm Spaß, wenn er zwar nur halb so viele, dafür aber viel schnelle Meter im Training macht und durch den veränderten Laufstil obendrein noch sein Knie schont. Außerdem fühlt er sich in seiner Trainingsgruppe pudelwohl. Und das wars dann schon, ab jetzt wirds dann sportlich:

Gestern Abend zum Beispiel kamen über etwas mehr als eineinhalb Stunden Training, in denen der Läufer früher auch mal einen Dauerlauf über 20km absolviert hätte, gerade etwas mehr als 9km zusammen. Dazu gehörten aber koordinative Übungen, einige Sprints über 50m und schließlich Tempoläufe über 7x300m mit knackigen 90 Sekunden Pause, die er in einem persönlichen Rekordschnitt von 52,1sec absolvierte. Diese Einheit war über Wochen im Wechsel mit noch schnelleren 200m-Läufen schrittweise aufgebaut worden. Dabei wurde ausgehend von 12x300m und 15x200m mit zunächst gleichlanger Trabpause Schritt für Schritt die Pausenlänge verkürzt und im Gegenzug die Zahl der Läufe reduziert. Im Ergebnis rannte er die 7 Läufe mit 90sec Pause am gestrigen Abend im Schnitt einen Tick schneller als die 10 Läufe im Januar mit jeweils fast 3 Minuten Trabpause. Diesen kleinen Unterschied kann nicht erklären, den muss man selbst erleben. Nur so viel: Es tut irgendwann lausig weh…. Mit der Einheit war dann auch das lange Wintertraining endlich abgeschlossen. Am Wochenende geht es dann ein paar Tage ins Trainingslager und dann folgen endlich die ersten Bahnwettkämpfe. Denn den Wettkampf vermisst er schon, der Läufer.

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